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VIER
UNDZWEI 
                                                     Erfahrungen eines Tierarzt-Hundes


Impfungen? Was passiert da in meinem Körper?

Impfung1
Impfung? - Was ist das eigentlich?
Ich weiß, dass wir Hunde, Katzen, Kaninchen... und Ihr auch regelmäßig geimpft werden. Aber warum? Was ist so eine Impfung wirklich? Was macht sie mit meinem Körper?
Ich habe Frauchen gefragt und sie hat es mit erklärt - für medizinisch Unwissende - in leicht vereinfachter Form - aber wer (außer Mediziner) versteht wirklich, warum man sich impfen lassen sollte?

Impfung2
Frauchen hat mir erst mal erklärt, was so in meinem Körper passiert, wenn da ein böser Erreger über meine Nase, Mund etc. eindringt. Meist sind das Bakterien. Dann kommen so ganz kleine Zellen in meiner Blutbahn in Aktivität, die diese Bakterien umhüllen und auffressen. Ich bekomme meist gar nichts davon mit; wenn es sehr viele Erreger sind, reagiere ich evtl. mit ein bisschen Fieber und fühle mich nicht so gut - aber dann ist alles wieder bestens!

Aber dann gibt es noch die wirklich bösen Krankheitserreger, oft sind das Viren. Auch da kommen meine ersten Abwehrzellen sofort, um den Feind zu bekämpfen. Aber diese Feinde können ihr Aussehen ständig ändern - so als ob Soldaten die Uniform und die Flagge ständig austauschen, und die „normale“ Abwehr-Armee weiß nicht so Recht, was sie machen soll. Deshalb kann unser Körper ganz spezielle Zellen bilden, die sich nicht so leicht veräppeln lassen - und die v. a. in der Lage sind, sich den Feind (nach seiner Bekämpfung) zu merken! D. h., falls wir mit dem selben Erreger noch einmal infiziert werden, ist unser Körper darauf vorbereitet und kann direkt handeln - er muss nicht vorher noch ein paar Tage überlegen, ob dies wirklich eine Bedrohung ist und kann direkt loslegen - er hat sich ja die Uniform und die Flagge gemerkt!

Genau darauf zielt eine Impfung ab!

Aber zuerst müssen wir mal unterscheiden zwischen

  1. passiver Immunisierung
  2. aktiver Immunisierung
Zu 1. passive Immunisierung:

Der Begriff ist eigentlich nicht so richtig, weil es sich nicht im eigentlichen Sinne um eine Impfung handelt, daher wird es auch oft als „Heilimpfung“ bezeichnet.

Es wird nicht das körpereigene Abwehrsystem dazu angeregt, sich die bösen Erreger zu merken und zu bekämpfen, sondern es werden mit dem „Impfstoff“ direkt Abwehrzellen gegen den „Feind“ in den Körper gespritzt. Diese „passiv“ zugeführten Abwehrzellen helfen dem Körper bei der Bekämpfung des Erregers - ein „Gedächtnis“ im eigenen Organismus bleibt allerdings nicht zurück.

Ein typisches Beispiel ist die Rhesus-negativ Prophylaxe (Schwangerschaft) und viele „Reiseimpfungen“.

Auf Dauer vorbeugend, sind diese „Impfstoffe“ also nicht, sondern eher zur Vorbeugung oder Bekämpfung einer akuten Erkrankung geeignet.

Impfung3
Zu 2. aktive Immunisierung:

Die aktive Immunisierung ist die eigentliche „Schutzimpfung“.

Mit der Impfung gelangen „böse“ Erreger in den Körper, der sich nun mit den Keimen beschäftigen muss. Der Körper bekämpft und merkt sich den Krankheitserreger und kann durch die Bildung von „Gedächtniszellen“ bei erneutem Kontakt auch nach Monaten / Jahren etc. immer wieder schnell reagieren.

Bei einer „aktiven Immunisierung“ muss man also selber aktiv werden! Unsere Impfungen beim Tierarzt (und ebenso bei Euch) sind im Normalfall aktive Immunisierungen.
Der Nachteil der aktiven Immunisierung ist, dass diese Impfung ein bisschen „Vorlaufzeit“ benötigt - der Körper braucht Zeit, um mit der Antikörperbildung zu beginnen. Dafür ist sie als kurzfristige „Reiseimpfung“ nicht zu gebrauchen.
Als Langzeitschutz - bei regelmäßiger Wiederholung - ist sie dagegen unschlagbar!


Ok, bis dahin konnte ich Frauchen folgen - aber dann kam mir doch die Frage, warum wird man denn dann bei einer „aktiven Immunisierung“ nicht richtig krank? Immerhin bekommt man ja den Erreger injiziert?

Also erklärte Frauchen weiter, dass sehr kluge Menschen dieses Problem erfolgreich gelöst haben:
Es gibt nämlich zwei Möglichkeiten einer aktiven Immunisierung (so allmählich raucht mir mein Hirn!):
Innerhalb der aktiven Immunisierung muss man zwischen einem

a)     Lebendimpfstoff

b)     Totimpfstoff

unterscheiden!

a) Lebendimpfstoffe

bestehen aus wirklich infektiösen Keimen, allerdings in abgeschwächter Form. So erkrankt der Geimpfte i. d. R. nicht.
In seltenen Fällen jedoch kann sich der Erreger nach der Injektion im Organismus des Impflings weitervermehren und sogar auf andere Individuen übergreifen.

Ich kann mich erinnern, dass damals, als mein kleines Frauchen gegen Polio/Kinderlähmung geimpft wurde, der Kinderarzt immer einen Warnhinweis mitgab, dass das Kind eine zeitlang von nicht geimpften Personen ferngehalten werden sollte. Daher werden diese Impfstoffe heute fast nicht mehr verwendet - der hervorgerufene Impfschutz war allerdings optimal und hält oft ein Leben lang!

b) Totimpfstoffe

Den meisten Krankheiten entgegnet man heutzutage mit Totimpfstoffen. Bei diesen Vaccinen ist der Erreger künstlich zerstört worden - die Erbinformation wurde gestückelt - so dass er keine Krankheit auslösen kann! Und auch Ansteckungen auf andere Lebewesen ist ausgeschlossen!
Der Körper bildet dennoch Antikörper, da er die Stückelung nicht wahr nimmt. Eine regelmäßige Wiederholung ist wichtig!

So - das war die wissenschaftliche Seite zum Thema „Impfungen“ - ich hab´s einigermaßen verstanden, ich hoffe Ihr auch Rollende Augen

Impfung4
Und nun kann ICH Euch auch erklären, warum es bei Welpen ein Mindestalter zum Impfen und eine dringende Wiederholungsimpfung gibt:

In der Muttermilch sind gaaaanz viele Antikörper (eine ganze Armee) gegen alle möglichen Krankheiten, mit denen die Mutter je in Kontakt gekommen war. Die Antikörper der Muttermilch fangen alle möglichen Erreger im Blut des Babys ab. Würden wir das Baby also impfen, solange es diese „Mutter-Antikörper“ hat, würden diese die "Impferreger“ abfangen und das Neugeborene könnte keine eigenen Antikörper oder Gedächtniszellen aufbauen.

Im Prinzip ist die Muttermilch also eine passive Immunisierung.

Diese Mutter-Antikörper halten allerdings nicht ewig und werden nach und nach abgebaut. Dann muss das Baby sein eigenes Abwehrsystem entwickeln. I. d. R. kann man erst ab der 8. Lebenswoche hoffen, dass eine Impfung zur Bildung von eigenen Abwehr- und Gedächtniszellen führt.

Da aber auch die besten Wissenschaftler nicht ganz genau voraussagen können, wie lange die letzten Mutter-Antikörper im Körper eines Babys ihre Arbeit verrichten (das ist nämlich auch individuell unterschiedlich), wiederholt man die Impfung 1-2 mal, damit der kleine Organismus sein eigenes Abwehrsystem anregen kann und eigene Abwehrzellen aufbauen kann!

Ihr seht also, die Impfintervalle sind nicht willkürlich gewählt. Es geht einfach nur um wissenschaftliche Fakten - soweit man sie richtig interpretieren kann.

Impfung5
 (da musste mal wieder meine Azubine her halten - ich bin ja nicht blöd Lachend)
Ich glaub, ich hab´s verstanden - und Ihr?

Mit einem freudigen „Wau Wau“
Eure Lotta
22. August 2016
Lotta wau wau

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