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VIER
UNDZWEI 
                                                     Erfahrungen eines Tierarzt-Hundes


Katzen und Hautpilze - immer wieder ein Thema...

Gerade in Mehrkatzenhaushalten sind Pilzinfektionen ein häufiges Problem in einer Tierarztpraxis:
Hautpilze - auch „Dermatophytosen“ genannt. Der verbreitetste Erreger nennt sich „Microsporum canis“.

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Symptome:
Haarlose, gerötete Stellen (nur manchmal kreisrund), weißliche Schuppen oder Borken - gerne am Kopf, Ohren oder Vorderbeinen - sollten jeden Katzenhalter dazu veranlassen, zügig einen Termin beim Tierarzt auszumachen - auch, wenn ein Juckreiz fehlt! Ebenfalls spricht nichts GEGEN eine Pilzinfektion, wenn nur EIN Tier in einem Mehrkatzenhaushalt die genannten Symptome aufweist. Wir nennen die nicht-befallenen-Tiere „stille Träger“; sie zeigen keinerlei Hautveränderungen, geben den Pilz dennoch an Tier und Mensch (!) weiter!

Diagnose:
Euer Tierarzt wird bei dem Verdacht einer Dermatophytose im Idealfall eine Pilzkultur oder eine sogenannte PCR-Untersuchung in Auftrag geben. Bei klinisch unauffälligen Katzen wird er das Fell mit einer sterilen Zahnbürste auskämmen, auffälligen Tieren werden aber mittels Pinzette ein paar Haare im Randbereich der Veränderungen ausgezupft. Hilfreich bei einer Verdachtsdiagnose kann auch die direkte mikroskopische Untersuchung und die Untersuchung mittels einer „Wood´schen Lampe“ sein; unter ihrem UV-Licht kann, muss aber nicht, Microsporum leuchten!

Therapie:
Es sollte immer innerlich und AUCH äußerlich behandelt werden. Toll wäre es, wenn Eure kleinen Tiger ein (zwei, drei, vier...) Bäder über sich ergehen lassen würden.... Und das Fell abzuscheren, oder zumindest zu kürzen, hilft auch in den meisten Fällen - Ich weiß, dass dies bei Zuchtkatzen ungern durchgeführt wird, aber die Therapiezeit verkürzt sich dadurch enorm - denkt einfach mal in Ruhe darüber nach!

Therapeutische Impfung:
In Deutschland gibt es Impfstoffe, die für Hunde und Katzen gegen Dermatophytose zugelassen sind. Diese Impfstoffe schützen allerdings weder vor einer Ansteckung noch vor einem klinischen Erkrankungsbild. Im Idealfall sollen die Ausprägung der Symptome gemildert werden, so dass es erst bei einem sehr hohen Infektionsdruck zu Hautveränderungen kommt. Meine „Chefs“ wenden diese Impfstoffe im Normalfall nicht an, da sie lieber die Ursache bekämpfen.

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Hygienemaßnahmen:
Tja, das ist das A & O!!!!
Ich will Euch nichts vormachen, aber eine Dermatophytose bei Katzen bedeutet Zeit (für Baden, Scheren und Desinfektion), Geld (die Medikamente gibt es nicht umsonst) und Hygiene zu investieren!

Die Reinigung der Katze von Haaren und Hautschuppen ist sehr wichtig. Dort lagern die Pilzsporen! In der Umgebung sollten fungi- und sporizide Mittel verwendet werden, um eine optimale Desinfektion der Umgebung zu erzielen. Direkt nach Verdachts- / Diagnosestellung muss die Umgebung mit dem Langzeitdesinfektionsmittel „Chlorbleiche“, das im Supermarkt und Apotheken angeboten wird, durchgeführt werden. Es ist schnell wirksam, preiswert und, wenn man einige Verhaltensregeln einhält, relativ unschädlich.
Während der Therapiemaßnahmen sollten natürlich keine weiteren Tiere aufgenommen werden. Tierischer Besuch von Nachbar’s Lumpi sollte unterbleiben, Familienmitglieder und sonstige Besucher (menschliche!) müssen aufgeklärt werden! Dermatophyten gehen auf den Menschen. Überschuhe, Kittel und Händedesinfektionsmittel sollten also bereit stehen.

Dauer der Therapie:
I.
d. R. dauert die genannte Therapie mindestens 6 Wochen. Wenn die Hautstellen abgeheilt sind, sollte Euer Tierarzt noch einmal ein Probe ins Labor schicken. Falls diese negativ ist, wird 4 Wochen später erneut untersucht - und wenn auch diese Haarprobe negativ sein sollte, könnt Ihr mit Stolz sagen, Ihr habt es geschafft!

Symptome Mensch:

Als kleiner Nachtrag: Es handelt sich bei der Dermatophytose um eine „Zoonose“: Dies bedeutet: Dermatophyten verbreiten sich gern auch auf Kleinkinder, Senioren oder immunsystem-geschwächte Menschen(chron. Kranke, HIV, Chemotherapie)!
Sollte also einer von Euch, Euren Kindern, Omas oder Opas oder gar Freunden seit neuestem Hautveränderungen aufweisen, dann schickt sie bitte dringend zum Hautarzt!

Und nicht vergessen:
Auch wir Menschen können symptomlose Überträger sein!

Ich hoffe, dass Ihr meinen ersten Artikel ohne Lottas Hilfe gut und informativ findet. Ist mir sehr, sehr schwer gefallen, ohne meine Lehrmeisterin auszukommen. Daher habe ich mich an unsere EQJ-lerin Maike Schlicker gewendet - und wir beide haben diesen Artikel zusammen mit Freuden verfasst. Sicherlich fänden wir es schön, ein paar positive Rückmeldungen zu erhalten - Lotta wäre bestimmt stolz auf uns :-) Ihre Kritik können wir nur erahnen - SCHADE :-(

Pebbles2
Eure Pebbles
24. Juli 2017

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